Selbstwerkeln oder Fachwerkstatt: Wo welche Reparatur besser aufgehoben ist
Wer an seinem Fahrzeug selbst Hand anlegt, kann Werkstattkosten sparen und lernt die Technik zugleich besser kennen. Doch nicht jede Reparatur ist für die eigene Hebebühne in einer Mietwerkstatt gleich gut geeignet. Manche Arbeiten erfordern Spezialwerkzeug, setzen Herstellerfreigaben voraus oder unterliegen gesetzlich vorgeschriebenen Prüfverfahren.
Arbeiten, die sich in der Mietwerkstatt gut selbst erledigen lassen
Zu den klassischen Heimwerkerarbeiten zählen der Ölwechsel, Bremsbeläge und Bremsscheiben an der Vorderachse wechseln, Zündkerzenwechsel, Luft- und Innenraumfilter wechseln, Wischerblätter erneuern, Batteriewechsel und Stoßdämpferwechsel. Alle diese Sachen sind in den gängigen Reparaturleitfäden beschrieben, erfordern ein einfaches und überschaubares Werkzeug und lassen sich mit Drehmomentschlüssel, Wagenheber und Unterstellböcken sicher ausführen.
Wichtig sind die Herstellervorgaben zu Anzugsmomenten, Ölspezifikationen (ACEA z.B. A3/B4, C3) und Serviceintervallen. Wer sich an diese Werte hält, seine Arbeit dokumentiert und Kaufbelege aufhebt, kann später auch beim Verkauf seines Fahrzeugs lückenlose Nachweise führen.Komplexere Arbeiten wie Zahnriemenwechsel, Kupplungstausch oder Reparaturen am modernen Diesel-Einspritzsystem bringen Selbstschrauber schnell an die Grenzen der eigenen Werkstattmöglichkeit. So zieht so mancher Selbstschrauber bei diesen Arbeiten Teilleistungen einer Werkstatt vor, etwa bei einer Adresse wie BAC Performance, einer KFZ-Werkstatt in Osnabrück, die neben der Wartung auch Diagnose und Prüfstandarbeiten übernimmt.
Reparaturen, die in die Fachwerkstatt gehören
Sicherheitsrelevante Systeme, gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen und alle Arbeiten mit Herstellerfreigabe gehören in einen ausgerüsteten Betrieb. Dazu gehören:
Abgasuntersuchung nach § 47a StVZO, die nur in anerkannten Werkstätten erfolgen darf
Klimaanlagenservice mit Kältemittel R1234yf, wozu die Sachkundebescheinigung nach ChemKlimaschutzV Pflicht ist
Eingriffe an Airbagsystemen und Gurtstraffersystemen mit pyrotechnischen Komponenten
Achsvermessung, für die ein kalibrierter Vermessungsstand Voraussetzung istElektronikdiagnose mit herstellerspezifischer Software, etwa bei Steuergerätecodierungen
Karosseriearbeiten mit Schweiß- oder Richtbankeinsatz nach Unfallschäden
Aber auch an Fahrzeugen unter Herstellergarantie ist Vorsicht geboten. Wer selbst Hand anlegt, läuft Gefahr, im Gewährleistungsfalle im Regen zu stehen, wenn die Werkstatt nicht bestätigen kann, dass die Arbeit korrekt ausgeführt wurde.
Entscheidungskriterien für den Einzelfall
Ob Selbstschrauben oder Werkstattauftrag das bessere ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Wer ein Elektrofahrzeug betreut, sollte zusätzlich die Hinweise zum E-Fahrzeuge in der Mietwerkstatt beachten.
eigenes Wissensniveau und Kenntnis des konkreten Fahrzeugtyps
verfügbares Werkzeug und Spezialgerät wie OBD-Auslesegerät, Ausdrückwerkzeuge oder Federspanner
Aufwand an Zeiten im Vergleich zu dem Stundenverrechnungssatz einer Werkstatt, der je nach Region und Marke so zwischen 90 und 180 Euro liegt
Haftungsfrage bei sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Bremse, Lenkung oder Fahrwerk
Garantie- und Kulanzansprüche des Herstellers
Verfügbarkeit einer benutzbaren Mietwerkstatt mit Hebebühne, Grube und passendem Werkzeugbestand
Eine gute Faustregel lautet: Wartungsarbeiten mit nachvollziehbar dokumentierten Verschleißteilen kann man gut selbst machen. Für Sicherheitssysteme, gesetzlich geforderte Prüfungen und komplizierte Fahrzeugelektronik gehört der Job aber in Fachhände.
Mischstrategie als gangbarer Weg
Die meisten Fahrzeughalter fahren am besten mit einer Mischstrategie. Regelmäßige Wartungsarbeiten, Bremsen und einfachere Reparaturen erledigen sie selbst in der Mietwerkstatt, während sie die HU-Vorbereitung, Fehlerdiagnose oder Spezialarbeiten an eine Fachwerkstatt vergeben. Die Kosten bleiben so im Rahmen, das technische Verständnis wächst und sicherheitsrelevante Eingriffe liegen trotzdem in geprüften Händen.
Vor jeder größeren Reparatur sollte man ehrlich sein und sein Können, seine Zeit und die Werkzeuglage prüfen. Wer unsicher ist, kann einzelne Arbeitsschritte vorher mit einer Werkstatt am Telefon abklären oder die ganze Aufgabe gleich vollständig in professionelle Hände abgeben. Kritische Bauteile im Nachhinein nacharbeiten zu lassen, ist immer teurer als gleich beauftragt zu werden. Ebenso lohnt ein Blick auf den Zustand des Werkstattbodens, bevor größere Arbeiten anstehen.