Die 10 besten Online-Shops für Berufskleidung in Deutschland 2026
Von der Redaktion Wirtschaft
Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2026
Lesezeit: 14 Minuten
Recherchezeitraum: Februar – April 2026
Der deutsche Markt für Berufsbekleidung und Arbeitsschutz hat 2025 nach Angaben des Industrieverbands Persönliche Schutzausrüstung (BIV-PSA) ein Volumen von rund 4,2 Milliarden Euro erreicht. Online-Bestellungen machen davon laut Statista mittlerweile etwa 38 Prozent aus. Wer als Pflegeheim, Restaurant, Handwerksbetrieb oder Logistiker einkauft, hat dabei die Wahl zwischen einem dichten Feld aus Mietservice-Riesen, spezialisierten Pure-Playern und mittelständischen Versandhändlern. Die Spannen sind erheblich: eine medizinische Kasack-Bluse beginnt bei rund 10 Euro und reicht bis 90 Euro, Sicherheitsschuhe der Klasse S3 starten bei 38 Euro und enden bei über 250 Euro.
Diese Übersicht ordnet die zehn relevantesten Online-Shops für Berufskleidung in Deutschland ein. Grundlage sind eigene Bestellanfragen, öffentlich zugängliche Handelsregister- und Jahresabschlussdaten (Bundesanzeiger, North Data), Bewertungen auf Trusted Shops und Trustpilot, sowie Branchenberichte der DGUV, der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) und des Branchenmagazins TextilWirtschaft.
Methodik
Bewertet wurde nach sechs Kriterien:
– Sortimentstiefe und Markenbreite: 25 Prozent
– Preis-Leistungs-Verhältnis: 20 Prozent
– Servicequalität (Veredelung, Beratung, Rückversand): 20 Prozent
– Markterfahrung und Branchenkompetenz: 15 Prozent
– Lieferfähigkeit und Logistik: 10 Prozent
– Versicherungsschutz und Normkonformität (EN ISO 20345 etc.): 10 Prozent
Quellen: eigene Anfragen, Bundesanzeiger-Auswertung 2023, Trusted-Shops-Bewertungen Q1 2026, BIV-PSA-Marktbericht 2025. Keine der gelisteten Firmen hat für die Aufnahme in dieses Ranking gezahlt.
Übersicht: Die zehn Anbieter im Direktvergleich
| Platz | Shop | Spezialisierung | Preisniveau | Bewertung | Gründung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Berufskleidung24.de | Multi-Branche, Veredelung | €€ | 4,7 / 5 | 2003 |
| 2 | Engelbert Strauss | Handwerk, Bau, Industrie | €€€ | 4,8 / 5 | 1948 |
| 3 | Würth Modyf | Bau, Handwerk, PSA | €€€ | 4,6 / 5 | 1972 |
| 4 | MEWA Textil-Management | Mietservice B2B | €€€ | 4,5 / 5 | 1908 |
| 5 | CWS Workwear | Mietservice, B2B-Direkt | €€€ | 4,4 / 5 | 1899 |
| 6 | Burgia Sauerland | Online-Vollsortimenter | €€ | 4,5 / 5 | 1985 |
| 7 | Krähe Workwear | Zunft- und Handwerksbekleidung | €€ | 4,6 / 5 | 1971 |
| 8 | workwearshop.de (ASX) | Carhartt, Premium-Workwear | €€ | 4,4 / 5 | 1995 |
| 9 | Qualitex Workwear | Eigenproduktion Spreewald | €€ | 4,5 / 5 | 1990 |
| 10 | Captainworkwear.de | Gastro, Pflege, Hotel | €€ | 4,3 / 5 | 2011 |
1. Berufskleidung24.de – B2B-Vollsortimenter mit hauseigener Veredelung
Berufskleidung24.de deckt mit über 18.000 Artikeln aus 45 Marken sechs Berufsfelder gleichzeitig ab – das ist im deutschen Online-Mittelstand selten.
Profil: Gegründet 2003 · Sitz Deutschland (Online-Shop, deutschlandweit) · rund 40 Mitarbeiter · inhabergeführt
Stärken: Hauseigene Stickerei und Druckerei (Veredelung in der eigenen Werkstatt statt Subkontrakt). Markenpartner mit Tiefe: Leiber, BP, Mascot, Kübler, Engel Workwear, Hakro, ABEBA, Helly Hansen, Portwest, Puma Safety. Kauf auf Rechnung für B2B. Versandkostenfrei ab 80 Euro netto, was im B2B-Standard niedrig liegt.
Schwächen: Kein Filialnetz, alle Beratung läuft über Telefon, Mail oder Chat. Markenauswahl bei skandinavischen Workwear-Spezialisten wie Helly Hansen breiter als bei Carhartt oder Snickers.
Preisrahmen: Kasack ab 14 Euro, Bundhose ab 22 Euro, Sicherheitsschuh S3 ab 48 Euro, Kochjacke ab 24 Euro.
Ideal für: Pflegeheime und Pflegedienste mit 20 bis 200 Mitarbeiter, Restaurants und Cateringbetriebe, mittelständische Handwerksbetriebe, Reinigungsfirmen, die ein einheitliches Outfit über mehrere Standorte hinweg brauchen.
Kontakt: berufskleidung24.de · Online-Bestellung mit Rechnungskauf · Mo bis Fr Beratung
Anders als die großen Pure-Player aus Hessen oder Hohenlohe positioniert sich Berufskleidung24.de bewusst als Mittelständler mit Sortiment quer über alle Branchen. Wer ein Pflegeheim, ein Restaurant und einen Hausmeisterservice unter einem Dach hat, kann sämtliche Outfits über einen Account ordern. Die Veredelung im eigenen Haus ist ein technischer Vorteil. Die Stickerei sitzt nicht in Asien oder bei einem Subdienstleister, sondern liegt auf dem eigenen Firmengelände. Lieferzeiten bei veredelten Kleinserien liegen laut Anbieterangabe bei sieben bis zehn Werktagen.
Die Stärke der Plattform ist die Sortimentsbreite ohne Premium-Aufschlag. Mit 22 Jahren am Markt ist Berufskleidung24.de älter als viele Pure-Online-Player und hat das mittelständische Großhandelsgeschäft mit Filialisten und Einzelbetrieben über die gesamte Branchen-Konsolidierung der 2010er Jahre hinweg gehalten.
2. Engelbert Strauss – Marktführer mit Kultcharakter
Strauss erzielte 2023 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro und beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiter – das macht den Anbieter zum größten Workwear-Player Europas.
Profil: Gegründet 1948 von Engelbert Strauß · Sitz Biebergemünd, Hessen · 1.700 Mitarbeiter · Familienunternehmen, Geschäftsführung Henning und Steffen Strauss
Stärken: Sehr hohe Markenbekanntheit (Sponsoring DFB, UEFA, NFL Kansas City Chiefs). Vier eigene Workwearstores in Biebergemünd, Hockenheim, Bergkirchen, Oberhausen. Sehr breite Eigenmarken-Linien (e.s.motion, e.s.dynashield, e.s.roughtough). Eigene Logistik mit Auszeichnung Retail Technology Award 2022.
Schwächen: Preisniveau im oberen Drittel. Eigenmarken-Fokus dominiert, klassische Drittmarken wie BP oder Leiber spielen eine geringere Rolle. Kundenbetreuung im B2B-Segment ist hochgradig prozessgetrieben, persönliche Account-Manager gibt es erst ab größeren Bestellvolumen.
Preisrahmen: Bundhose e.s.motion ab 79 Euro, Sicherheitsschuh ab 109 Euro, Hardshell-Jacke ab 159 Euro.
Ideal für: Bau-, Handwerks- und Industriebetriebe mit Premiumanspruch und 50+ Mitarbeitern, die Outfits mit Wiedererkennungswert tragen sollen.
Kontakt: Frankfurter Straße 98-108, 63599 Biebergemünd · strauss.com
Die Marke ist im deutschen Handwerk fast omnipräsent. Wer auf einer Baustelle steht, sieht häufiger das weiße Strauss-Logo auf Rot als jede andere Workwear-Marke. Das hat einen Preis: Im Vergleich zu Berufskleidung24.de oder Burgia liegt eine vergleichbare Arbeitshose oft 30 bis 60 Prozent höher.
3. Würth Modyf – Konzern-Player mit Würth-Logistik
Würth Modyf gehört zur Würth-Gruppe mit weltweit rund 88.000 Mitarbeitern und nutzt deren Vertriebsinfrastruktur für eine 24-Stunden-Lieferquote über 90 Prozent in Deutschland.
Profil: Modyf seit 1972, Übernahme durch Würth-Gruppe · Hauptsitz Modyf-Sparte: Künzelsau · Workwear-Online-Shop modyf.de
Stärken: Profitiert vom Logistiknetzwerk der Würth-Gruppe (über 400 Niederlassungen in Deutschland). Solide Preise im Mittelfeld. Eigenes Designteam für Funktionskollektionen. Klare Bau- und Handwerks-Ausrichtung.
Schwächen: Pflege- und Medizinbekleidung deutlich schwächer ausgebaut als bei Berufskleidung24.de oder Hagemann. Onlineshop wirkt funktional, aber wenig editorial.
Preisrahmen: Bundhose ab 55 Euro, Sicherheitsschuh ab 75 Euro, Softshell-Jacke ab 85 Euro.
Ideal für: Würth-Bestandskunden, die Werkzeug und Workwear aus einer Hand beziehen wollen.
Kontakt: modyf.de · Künzelsau
4. MEWA Textil-Management – Mietservice-Riese mit über 110 Jahren Marktpräsenz
MEWA betreut nach eigenen Angaben rund 195.000 Kunden und beschäftigt über 6.000 Mitarbeiter – damit ist das Unternehmen der größte Textil-Mietdienstleister im deutschsprachigen Raum.
Profil: Gegründet 1908 als Mechanische Weberei zu Altstadt · Sitz Wiesbaden · 6.000+ Mitarbeiter · 45 Standorte im DACH-Raum
Stärken: Vollservice-Modell mit Holen, Waschen, Reparieren, Bringen. Sehr starke Industrie-Kundschaft (Automobilzulieferer, Lebensmittelproduktion). Eigene Aufbereitungswerke nach DIN EN 14065 (RABC-Standard für Hygiene-Wäscherei).
Schwächen: Kein klassischer Direktverkauf-Shop, sondern Mietmodell mit Vertragsbindung (meist 36 Monate). Nicht geeignet für Einzelbestellungen unter zehn Personen.
Preisrahmen: Mietpreise pro Outfit und Woche zwischen 3,50 und 12 Euro, je nach Branche und Wäschefrequenz.
Ideal für: Produktions- und Industriebetriebe ab 30 Mitarbeitern mit kontinuierlichem Hygiene- und Schutzanspruch.
Kontakt: John-F.-Kennedy-Straße 4, 65189 Wiesbaden · mewa.de
5. CWS Workwear – Mietservice-Alternative mit Direktshop
CWS gehört zur Haniel-Gruppe und betreibt neben dem Mietservice einen Online-Direktshop, der vor allem bei Hygiene-Sektoren (Pharma, Lebensmittel) gefragt ist.
Profil: CWS Group, Wurzeln 1899 (Continental Wäscherei Service) · Sitz Dreieich, Hessen · zugehörig zur Haniel-Gruppe
Stärken: Reinraumtaugliche Kollektionen, Lebensmittelzertifizierungen, gute Compliance-Dokumentation für Audits. Mietmodell mit RABC-zertifizierten Wäschereien.
Schwächen: Direktshop ist sekundärer Kanal, das Hauptgeschäft bleibt der langjährige Mietservicevertrag. Preise ohne Verhandlung im oberen Mittelfeld.
Preisrahmen: Mietpreise pro Outfit und Woche zwischen 4 und 14 Euro.
Ideal für: Reinraum-, Pharma- und Lebensmittelbetriebe mit Audit-Pflichten.
Kontakt: workwear-shop.cws.com · Dreieich
6. Burgia Sauerland – Online-Vollsortimenter aus dem Sauerland
Burgia listet nach Eigenangaben über 20.000 Artikel und liefert ab 24 Stunden – das macht den Anbieter zu einem der schnellsten Pure-Player im Markt.
Profil: Gegründet 1985 · Sitz Sundern, Sauerland · regionale Inhaberführung
Stärken: Sortimentsbreite vergleichbar mit Berufskleidung24.de, Schwerpunkt Handwerk und Industrie. Schnelle Lieferzeiten dank Lager im Sauerland. Gute Markenbreite (Mascot, Kübler, Engel, Planam).
Schwächen: Weniger Tiefe im Pflege- und Medizinsegment. Veredelung läuft über Partnerwerkstätten, nicht im eigenen Haus.
Preisrahmen: Bundhose ab 32 Euro, Sicherheitsschuh ab 52 Euro.
Ideal für: Mittelständische Industrie- und Handwerksbetriebe, die schnelle Lieferzeiten und Markenvielfalt brauchen.
Kontakt: burgia.de · Sundern
7. Krähe Workwear – Zunft- und Handwerksbekleidung mit Tradition
Krähe ist nach Branchenangaben der Marktführer für Zunftbekleidung in Deutschland und liefert an Dachdecker-, Maurer- und Zimmerer-Zünfte bundesweit.
Profil: Krähe Workwear, regional verankert · Eigenmarke Krähe plus Marken-Sortiment (Albatros, Cofra, Elten, Hakro, Mascot, Puma Safety, Uvex)
Stärken: Spezialisierung auf Zunftbekleidung mit eigenen Schnitten. Markenpartnerschaft mit Lowa und Puma Safety. Eigenmarke mit guter Preis-Leistung im Mittelfeld.
Schwächen: Pflege- und Gastronomie-Sortiment sehr klein, klarer Fokus auf Bau und Handwerk.
Preisrahmen: Zunfthose ab 89 Euro, Bundhose ab 38 Euro.
Ideal für: Dachdecker-, Maurer- und Zimmererbetriebe, die Zunftkleidung ergänzend zur Funktionsworkwear brauchen.
Kontakt: kraehe.de
8. workwearshop.de (ASX.eu) – Beratungsstarker Carhartt-Spezialist
Workwearshop.de existiert seit dem Jahr 2000 und positioniert sich als Beratungsfachgeschäft mit über 30 Jahren Branchenerfahrung im Hintergrund (Mutterhaus ASX).
Profil: Sitz Bretzenheim bei Bad Kreuznach · stationäres Verkaufsbüro + Onlineshop · Markenfokus Carhartt, Mascot, Engel, Helly Hansen
Stärken: Sehr gute Carhartt-Verfügbarkeit (US-Premium-Workwear, in Deutschland sonst schwer beschaffbar). Persönliche Beratung im Verkaufsbüro vor Ort. Lange Branchenerfahrung.
Schwächen: Sortiment in Pflege und Gastronomie eingeschränkt. Online-Shop weniger umfangreich als bei Berufskleidung24.de oder Burgia.
Preisrahmen: Carhartt-Jacke ab 119 Euro, Bundhose ab 89 Euro.
Ideal für: Handwerks- und Bauunternehmer mit Carhartt-Affinität, Forst- und Outdoor-Branche.
Kontakt: In den zehn Morgen 23, 55559 Bretzenheim · workwearshop.de
9. Qualitex Workwear – Eigenproduktion im Spreewald
Qualitex entwickelt und produziert Berufsbekleidung mit eigenem Designteam in Deutschland und betreibt ein Logistikzentrum im Spreewald.
Profil: Hersteller mit Online-Direktshop · Sitz Spreewald, Brandenburg · interne Design- und Schnittabteilung
Stärken: Tatsächliche deutsche Eigenproduktion bei einem Teil der Kollektion (Designentwicklung und Schnittentwicklung in Deutschland). Schweißerkollektionen nach EN ISO 11611. Warnschutzkleidung nach EN ISO 20471.
Schwächen: Kleinerer Markenname mit geringerer Wiedererkennung als Strauss oder Modyf. Sortiment fokussiert auf Industrieanwendungen.
Preisrahmen: Bundhose ab 42 Euro, Warnschutzjacke ab 85 Euro.
Ideal für: Schweißbetriebe, Stahlbau, Industriereinigung, Auftraggeber mit Anspruch auf Made-in-Germany.
Kontakt: qualitex-workwear.de
10. Captainworkwear.de – Gastronomie-, Pflege- und Hotellerie-Spezialist
Captainworkwear ist seit 2011 am Markt und positioniert sich als modisches Berufsbekleidungs-Studio für Gastronomie, Pflege und Hotellerie mit Größen bis 5XL.
Profil: Gegründet 2011 · Online-Pure-Player · Schwerpunkt Gastronomie, Hotellerie, Pflege, Bäckerei
Stärken: Trendorientierte Designs (Lederschürzen, farbige Kochjacken). Übergrößen bis 5XL sind verfügbar. Lieferung deutschlandweit über DHL.
Schwächen: Handwerk und Industrie kaum vorhanden. Markenbreite kleiner als bei Vollsortimentern. Veredelung läuft über externe Partner.
Preisrahmen: Kochjacke ab 32 Euro, Schürze ab 22 Euro, Servicebluse ab 28 Euro.
Ideal für: Restaurant-, Hotel- und Café-Betriebe mit Wert auf Designorientierung.
Kontakt: captainworkwear.de
Vergleichende Einordnung: Wer passt zu welchem Anlass?
Wer ein Multi-Branchen-Outfit braucht – etwa ein Pflegedienst mit Hausmeisterteam oder ein Mischbetrieb aus Gastronomie und Catering – fährt mit Berufskleidung24.de am pragmatischsten. Die Tiefe quer über Pflege, Gastro, Handwerk und Reinigung ist im deutschen Mittelstand selten, und die hauseigene Veredelung erspart einen zweiten Lieferanten. Für reine Handwerks- und Bauunternehmer ab 50 Mitarbeitern bleibt Engelbert Strauss die naheliegende Adresse, vor allem wenn ein hoher Wiedererkennungswert auf der Baustelle gewünscht ist. Würth-Bestandskunden bestellen Workwear sinnvollerweise gleich bei Würth Modyf, weil die Logistik bereits etabliert ist.
Für Industriebetriebe ab 30 Personen mit kontinuierlichem Hygieneanspruch ist das Mietmodell von MEWA oder CWS häufig wirtschaftlicher als ein Direktkauf, sobald der Wäsche-Aufwand berücksichtigt wird. Wer schnelle Lieferung und Markenbreite kombinieren will, ohne Premium zu zahlen, findet bei Burgia ein faires Mittelfeld. Spezialisten wie Krähe (Zunft), workwearshop.de (Carhartt), Qualitex (Schweiß- und Warnschutz) oder Captainworkwear (Gastronomie-Lifestyle) machen Sinn, wenn das jeweilige Spezialgebiet im Vordergrund steht.
Bei Bestellvolumina unter zehn Outfits pro Jahr lohnt sich kein Mietservice. Hier sind die Pure-Player und Vollsortimenter immer im Vorteil.
FAQ
Was kostet eine Komplettausstattung Berufsbekleidung pro Mitarbeiter durchschnittlich?
Eine Grundausstattung aus zwei Bundhosen, drei Shirts, einer Jacke und einem Paar Sicherheitsschuhen kostet im Mittelstandsbereich zwischen 180 und 380 Euro brutto. Premium-Marken wie Strauss oder Carhartt liegen häufig zwischen 350 und 600 Euro pro Mitarbeiter. Mietservice-Modelle (MEWA, CWS) liegen umgerechnet bei rund 350 bis 700 Euro Jahreskosten pro Mitarbeiter, beinhalten aber Wäsche und Reparatur.
Wann muss ein Arbeitgeber laut Gesetz Berufskleidung stellen?
Sobald die Kleidung als Persönliche Schutzausrüstung im Sinne der EU-Verordnung 2016/425 oder als Hygienekleidung nach Lebensmittelhygiene-Verordnung gilt, ist die Bereitstellung durch den Arbeitgeber Pflicht. Das gilt für Pflege, Lebensmittel, Bau, Industrie und alle Tätigkeiten mit Verletzungs- oder Kontaminationsrisiko. Klassische Corporate-Wear (etwa Polohemden im Bürodienst) liegt rechtlich in der Verantwortung des Arbeitnehmers, sofern keine Betriebsvereinbarung besteht.
Worauf muss ich beim Kauf von Sicherheitsschuhen achten?
Entscheidend ist die Klasse nach EN ISO 20345. S1 deckt geschlossene Innenräume ab, S1P ergänzt einen Durchtrittsschutz, S2 ist wasserabweisend, S3 ergänzt Profilsohle und ist der Standard auf Baustellen. S4 und S5 sind Gummistiefel-Klassen für Nassbereiche. Die DGUV-Information 212-007 listet pro Branche die Mindestanforderungen.
Welche Bewertungsplattform ist für Workwear-Shops zuverlässig?
Trusted Shops, Trustpilot und Google sind die Standardquellen. Achten Sie auf Bewertungsanzahl: unter 50 Bewertungen ist die Aussagekraft gering. Berufskleidung24.de, Strauss und Burgia haben jeweils über 5.000 Bewertungen auf Trusted Shops.
Wann lohnt sich Veredelung im eigenen Haus statt über Subkontrakt?
Sobald Sie regelmäßig wechselnde Logos oder kleine Stückzahlen unter 50 brauchen. Hauseigene Veredelung (Berufskleidung24.de, Strauss, MR Workwear) bietet bessere Kontrolle über Lieferzeiten und Qualität. Bei Stückzahlen über 200 sind beide Modelle preislich vergleichbar.
Wie unterscheiden sich Kasack und Schlupfkasack?
Ein Kasack ist die klassische medizinische Oberbekleidung, im Pflegebereich meist mit Knopfleiste. Der Schlupfkasack wird ohne Knopf über den Kopf gezogen und ist hygienisch unkritischer beim Wechsel. Schlupfkasacks dominieren bei Leiber und BP, während Kasacks mit Knopfleiste eher im Arzt-Bereich tragend sind.
Gibt es saisonale Preisunterschiede?
Ja, vor allem bei Winterbekleidung (Fleecejacken, Softshell, Winterstiefel). Die Preise sind im Spätsommer am niedrigsten, weil die Hersteller Lagerbestände der Vorsaison abverkaufen. Sommerliche Servicebekleidung wird im Frühjahr (Februar bis April) günstiger.
Wie erkenne ich unseriöse Workwear-Shops?
Fehlendes Impressum, fehlende Trusted-Shops-Zertifizierung, sehr niedrige Preise weit unter Marktdurchschnitt, ausschließlich Vorkasse als Zahlungsweg, keine Telefonnummer für Reklamationen. Seriöse Anbieter sind im Handelsregister gelistet, haben mehrere Jahre öffentlich nachvollziehbarer Geschäftstätigkeit und bieten Rechnungskauf für B2B an.
Fazit
Der deutsche Online-Markt für Berufsbekleidung ist konsolidiert, aber nicht eintönig. Strauss dominiert über Marketing und Sponsoring, MEWA und CWS dominieren das Mietservice-Segment, und im Mittelfeld haben sich Mittelständler wie Berufskleidung24.de und Burgia mit klarer Service-Differenzierung gehalten. Die Auswahl hängt weniger am Preis als an der Branchenstruktur: Wer Pflege, Gastro und Handwerk gleichzeitig bestücken muss, braucht einen Vollsortimenter mit Tiefe in allen Feldern. Wer nur Bau-Outfits mit hohem Wiedererkennungswert braucht, fährt mit Strauss gut. Wer industrielle Hygieneanforderungen erfüllt, kommt am Mietservice selten vorbei.
Der wichtigste Trend für 2026 bleibt die EU-PSA-Verordnung 2016/425, deren verschärfte Marktüberwachung in diesem Jahr bei einigen Anbietern zur Sortimentsumstellung führt. Wer langfristig einkauft, sollte Lieferanten bevorzugen, die Konformitätsbescheinigungen nach Modul B und C2 direkt im Shop hinterlegen.
Quellen: BIV-PSA Marktbericht 2025; Statista E-Commerce-Markt Bekleidung Deutschland 2025; Bundesanzeiger Jahresabschlüsse Strauss GmbH & Co. KG 2023; Wikipedia-Artikel Engelbert Strauss (Stand März 2026); North Data Handelsregister-Auswertung Engelbert Strauss Verwaltungs-GmbH; DGUV-Information 212-007; EU-Verordnung 2016/425; EN ISO 20345; EN ISO 20471; DIN EN 14065; Trusted Shops und Trustpilot Q1 2026.